Wohnung beleuchten: das Lichtkonzept in drei Ebenen

Der günstigste Eingriff mit der größten Wirkung, und er kommt ohne Handwerker aus

Von allen Dingen, die eine Wohnung hochwertig aussehen lassen, ist Licht das billigste und das wirksamste. Ein Raum mit guten Möbeln und einer einzigen Deckenleuchte sieht abends flach aus. Derselbe Raum mit drei Lichtebenen sieht aus wie fotografiert.

Diese Seite beschreibt das Prinzip und geht danach die Räume einzeln durch, mit Höhen, Lichtfarben und der Frage, wo welche Leuchte hingehört. Den Gesamtablauf einer Einrichtung finden Sie unter Appartement einrichten.

Wohnraum am Abend mit drei Lichtebenen aus Kronleuchter, Stehleuchte und Wandleuchten
3
Ebenen: Grundlicht, Arbeitslicht, Stimmungslicht
2400-2700 K
Lichtfarbe für Wohnräume, alles darüber wirkt nach Büro
Ra 90
Farbwiedergabe, ab der Holz und Blattgold richtig aussehen
80 cm
Höhe der Leuchte über dem Esstisch

Warum eine Deckenleuchte nie genügt

Licht von oben trifft alles gleichmäßig und erzeugt dadurch keine Schatten, aus denen das Auge Tiefe ablesen könnte. Ein so beleuchteter Raum wirkt flach, Farben wirken blass, und Menschen sehen darin schlecht aus, weil das Licht von oben harte Schatten in die Gesichter setzt.

Sobald mehrere Lichtquellen auf verschiedenen Höhen brennen, entsteht ein Wechsel aus hell und dunkel. Genau dieser Wechsel wird als Behaglichkeit empfunden. Deshalb ist die erste Regel jeder Lichtplanung: mehrere kleine Lichtquellen statt einer großen.

Leuchte ueber dem Esstisch auf richtiger Hoehe, der Lichtkegel liegt auf der Tischplatte

Die drei Ebenen

1. Grundlicht

Deckenleuchte oder Kronleuchter, für Überblick und Repräsentation. Sie wird selten allein gebraucht, prägt den Raum aber auch am Tag, wenn sie ausgeschaltet ist.

2. Arbeitslicht

Licht dort, wo etwas passiert: über dem Esstisch, neben dem Lesesessel, am Schreibtisch, im Spiegelbereich. Hier gehören Stehleuchten und Tischleuchten hin.

3. Stimmungslicht

Kleine Lichtpunkte an Wand und Nische: Wandleuchten, angestrahlte Bilder, Licht hinter einem Möbel. Diese Ebene wird am häufigsten vergessen und macht den größten Unterschied.

Die Ebenen müssen getrennt schaltbar sein, sonst nützt die Aufteilung nichts. Wo keine zusätzlichen Leitungen möglich sind, helfen Steckdosenschalter und Funkdimmer. Als Faustzahl gilt: mindestens drei Lichtquellen je Wohnraum, in großen Räumen fünf bis sechs.

Lichtfarbe und Farbwiedergabe

Zwei Angaben auf der Verpackung entscheiden darüber, ob eine Wohnung abends warm oder wie ein Wartezimmer aussieht. Die erste ist die Lichtfarbe in Kelvin. In Wohnräumen gehören 2400 bis 2700 Kelvin, das entspricht dem alten Glühlampenlicht. Ab 3000 Kelvin wird es sachlich, ab 4000 Kelvin sieht jeder Raum nach Werkstatt aus.

Vergleich warmweisses und kaltweisses Licht auf Holz und vergoldetem Rahmen

Die zweite Angabe ist die Farbwiedergabe, angegeben als Ra oder CRI. Ab Ra 90 werden Holztöne, Textilien, Marmor und Blattgold richtig wiedergegeben. Bei billigen Leuchtmitteln mit Ra 80 wirkt derselbe vergoldete Rahmen stumpf und derselbe Samt flach. An dieser Stelle zu sparen macht teure Möbel billig.

Dritter Punkt: Dimmbarkeit. Wenn nur eine Sache dimmbar ist, dann das Grundlicht. Und: Alle Leuchtmittel in einem Raum sollten dieselbe Lichtfarbe haben. Gemischte Farbtemperaturen sind der häufigste Grund dafür, dass ein Raum unruhig wirkt, ohne dass man sagen kann warum.

Raum für Raum

RaumWas gebraucht wirdMaße und Hinweise
WohnzimmerGrundlicht, zwei Leseleuchten, WandlichtStehleuchte hinter dem Sessel, Schirmunterkante etwa auf Augenhöhe im Sitzen
EsszimmerLeuchte über dem Tisch, Licht an der Wand80 cm über der Platte, Leuchtenbreite etwa ein Drittel der Tischlänge
SchlafzimmerZwei Leseleuchten, sehr schwaches NachtlichtWandleuchten mit Unterkante rund 60 cm über der Matratze, sehr warme Lichtfarbe
FlurZwei bis drei kleine LichtpunkteWandleuchten statt Deckenlicht, sonst wirkt der Flur wie ein Gang
ArbeitsplatzGerichtetes Licht von der SeiteVon links bei Rechtshändern, damit die Hand keinen Schatten wirft
SpiegelLicht von beiden SeitenAuf Gesichtshöhe, nie von oben, sonst entstehen Schatten unter den Augen

Der Kronleuchter: eine Frage der Höhe

Ein Kronleuchter braucht Raumhöhe, aber weniger, als die meisten annehmen. Über einem Esstisch sind 2,50 Meter Raumhöhe genug, weil unter der Leuchte niemand hindurchgeht. Frei im Raum sollte die Unterkante mindestens 2,10 Meter über dem Boden liegen.

Für die Größe gilt eine einfache Regel: Raumlänge plus Raumbreite in Metern ergibt ungefähr den passenden Durchmesser in Zentimetern. Ein Raum von vier mal fünf Metern trägt also einen Kronleuchter mit rund neunzig Zentimetern Durchmesser. Über dem Esstisch richtet sich die Größe nach dem Tisch, nicht nach dem Raum.

Wandleuchten: die unterschätzte Ebene

Wandleuchten beidseits eines Spiegels beleuchten das Gesicht ohne Schatten

Wandleuchten brauchen keine Stellfläche, geben Licht auf Augenhöhe und öffnen die Wand nach oben. Sie sind deshalb in kleinen Wohnungen besonders wertvoll. Die übliche Montagehöhe liegt bei etwa 1,60 bis 1,75 Meter, neben dem Bett tiefer, neben einem Spiegel auf Gesichtshöhe.

Zwei gleiche Wandleuchten links und rechts von einem Spiegel, einem Bett oder einem Kamin erzeugen sofort Symmetrie. Das ist der Grund, warum dieselbe Anordnung in Hotels immer wieder vorkommt: Sie funktioniert in jedem Raum und in jedem Stil.

Licht ohne Handwerker

  • Stehleuchten ersetzen fehlende Deckenauslässe vollständig. Eine Stehleuchte mit Schirm hinter dem Sofa deckt die halbe Sitzgruppe ab.
  • Tischleuchten auf Sideboard, Konsole und Kommode sind die schnellste Stimmungsebene, Auswahl unter Tischleuchten.
  • Funkdimmer und Zwischenstecker machen jede Steckdosenleuchte schaltbar, ohne dass eine Leitung gelegt wird.
  • Spiegel gegenüber der Lichtquelle verdoppelt sie optisch, besonders am Abend.
  • Alle Leuchtmittel auf dieselbe Lichtfarbe tauschen ist der günstigste Eingriff mit der größten Wirkung.

Häufige Fehler

Der häufigste Fehler ist zu wenig Licht auf halber Höhe: Alles hängt an der Decke oder steht auf dem Boden, während die Zone zwischen achtzig und hundertsiebzig Zentimetern dunkel bleibt. Genau dort spielt sich aber das Leben ab. Der zweithäufigste Fehler sind gemischte Lichtfarben in einem Raum, der dritte ein zu heller Raum insgesamt: Wohnräume dürfen abends dunkle Ecken haben, sie leben davon.

Was Casa Padrino an Leuchten führt

Das Sortiment deckt alle drei Ebenen ab: Kronleuchter in Kristall, Messing und Schmiedeeisen, Wandleuchten als Paare, Stehleuchten und Tischleuchten. Zu jeder Leuchte stehen Maße, Fassung und Material in der Beschreibung, was für die Höhenplanung entscheidend ist.

Der Vorteil einer Quelle liegt in der Abstimmung: Messing, Kristall und Schmiedeeisen bleiben über alle Räume hinweg im selben Ton. Einen Überblick geben Leuchten insgesamt sowie die Startseite und Luxusmöbel.

Drei Ebenen, eine Quelle

Kronleuchter, Wandleuchten, Stehleuchten und Tischleuchten mit vollständigen Maßangaben für die Lichtplanung.

Leuchten ansehen Kronleuchter ansehen

Weiterlesen

Häufige Fragen zur Beleuchtung

Wie viele Leuchten braucht ein Wohnraum?

Mindestens drei, in großen Räumen fünf bis sechs, verteilt auf drei Höhen. Eine Deckenleuchte, zwei Lichtquellen auf Steh- und Tischhöhe und ein bis zwei Punkte an der Wand ergeben ein vollständiges Konzept.

Welche Lichtfarbe ist die richtige?

2400 bis 2700 Kelvin für Wohnräume, im Schlafzimmer eher 2200 bis 2500. Ab 3000 Kelvin wirkt Licht sachlich, ab 4000 Kelvin nach Werkstatt. Alle Leuchtmittel eines Raums sollten dieselbe Lichtfarbe haben.

Was bedeutet Ra 90 und warum ist es wichtig?

Ra oder CRI gibt die Farbwiedergabe an. Ab Ra 90 erscheinen Holz, Textilien, Marmor und Blattgold in ihrer echten Farbe. Bei Ra 80 wirken dieselben Materialien stumpf, was den Eindruck hochwertiger Möbel deutlich schwächt.

Wie hoch hängt eine Leuchte über dem Esstisch?

Rund achtzig Zentimeter über der Tischplatte, sodass das Leuchtmittel im Sitzen nicht sichtbar ist. Die Leuchtenbreite entspricht etwa einem Drittel bis der Hälfte der Tischlänge.

Welchen Durchmesser sollte ein Kronleuchter haben?

Raumlänge plus Raumbreite in Metern ergibt ungefähr den Durchmesser in Zentimetern. Ein Raum von vier mal fünf Metern trägt also rund neunzig Zentimeter. Über einem Tisch richtet sich die Größe nach dem Tisch.

Wie hoch werden Wandleuchten montiert?

Etwa 1,60 bis 1,75 Meter über dem Boden. Neben dem Bett tiefer, mit der Unterkante rund sechzig Zentimeter über der Matratze, neben einem Spiegel auf Gesichtshöhe.

Wie beleuchtet man einen Spiegel richtig?

Von beiden Seiten auf Gesichtshöhe, nicht von oben. Licht von oben wirft Schatten in die Augenhöhlen und unter das Kinn. Zwei gleiche Wandleuchten links und rechts sind die bewährte Lösung.

Was tun, wenn es keinen Deckenauslass gibt?

Mit Stehleuchten und Tischleuchten arbeiten. Eine Stehleuchte hinter dem Sofa deckt die halbe Sitzgruppe ab, zwei Tischleuchten auf Kommode und Sideboard ergänzen die Stimmungsebene. Funkdimmer machen alles schaltbar, ohne Leitungen zu legen.

Ist indirektes Licht besser als direktes?

Weder noch, beides gehört zusammen. Indirektes Licht an Wand und Decke schafft Grundhelligkeit ohne Blendung, gerichtetes Licht wird zum Lesen und Arbeiten gebraucht. Nur indirektes Licht wirkt schnell diffus und langweilig.

Wie hell muss ein Wohnzimmer sein?

Weniger hell, als viele annehmen. Wohnräume dürfen am Abend dunkle Bereiche haben, sie leben vom Wechsel. Wichtiger als Gesamthelligkeit ist Licht an den Stellen, an denen etwas passiert, und dimmbare Grundbeleuchtung.